Merit

Martin Heller


Dinge sind nicht nur Dinge an sich
André Vladimir Heiz

Kunst genügt sich nicht selbst. Design ist mehr als eine Eigenschaft. Und nichts spricht für sich. Schattenwurf des letzten Jahrhunderts: Erosion der Selbstverständlichkeiten. Der eigenwillige Standpunkt von Beobachterinnen und Betrachtern setzen Welt und Bild den schillernden Prozessen der Wahrnehmung aus. Und alles hat in irgend einer Form miteinander etwas zu tun. Aber was? Damit kann Heller etwas anfangen. Dafür gibt es zwar keinen Grund, aber immer eine zutreffende Begründung. Und einen einleuchtenden Vorschlag. Museen sind die Ausweitung der Bauzone, ein Umschlagplatz der Ideen, Ausstellungen ein ästhetisches Labor. Dafür spricht vieles. Zum Beispiel Dinge, Themen, Bilder, Bücher, die Geschichte, die Schweiz.

Dinge bleiben sprachlos, wenn sie nicht von einem entsprechenden Diskurs begleitet sind, wenn die Wahrnehmung selbst nicht zum Bild wird. Heller gibt vielen, aber nicht allen das Wort, um genauer zu sehen. Spiegel der Mehrzahl, um zur Sache zu kommen. Dadurch bekennen die Koordinaten, Ankerpunkte und Vektoren Farbe. So finden die Dinge statt. Zusammen mit Heller. Die Genauigkeit, besser: das Geheimnis von Heller? Eine unbeirrbar belebte Elastizität zwischen Nähe und Distanz. In der Wahrnehmung. Im Geben und Nehmen. Im Zeigen und Sagen. Heller ist im eigentlichen Sinne des Wortes ein Stilbegriff. Mit allen angemessen rhetorischen Mitteln, über die er theoretisch und praktisch verfügt . Er verortet Begriffe und Mentalitäten, um sich zwischen den Gegensätzen und Widersprüchen verbindlich zu bewegen. Überraschende Beziehungen ergeben sich. Bedeutungen nehmen Form an, Bilder entwickeln sich, die eingebürgerte Vorstellungen unterlaufen und bereichern.


Heller ist Begeisterung. Er macht aus der Wahrnehmung ein Spiel, an dem sich viele ernsthaft beteiligen können. Er bringt Kunst und Design zur Sprache. In einer Form der Vermittlung, mit einem Wortschatz, die in der Schweiz, die dem Cervelat zwar Prominenz, aber wenig kulturellen Nährwert und der Moral keine ästhetischen Seitensprünge zugesteht, bislang undenkbar waren. Und siehe da, Martin Heller. Der Design Preis Schweiz zeichnet seine Spuren aus, denen zu folgen dem Schweizerischen Design damit ans Herz gelegt wird. Entschieden. Über die Grenzen hinaus.